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Dienstag, 04 Februar 2014 01:51

Absage der Konzertanfrage der Band Oi Polloi

see english version below

Wer in den letzten Tagen die Facebookseite der Band „Oi Polloi“ besuchte, stolperte wohl über einen bizarren Rassismusvorwurf gegenüber dem Sozialen Zentrum - Horte. 

So schrieb die Band :

 “We're very sorry to announce that our March 1st gig at the Horte social centre in Strausberg in Eastern Germany is now cancelled after we were "banned" when organisers realised that - shock horror - we sometimes sing in Gaelic, one of the UK's minority celtic languages.”

Was impliziert wir hätten das Konzert aus dem Grund abgesagt, weil die Band in einer bestimmten Spache singt. Leider ein Mißverständnis, welches auf mißverständlicher Kommunikation unsererseits beruht .

 

 

Zum Hintergrund:

Kulturinteressierte haben für das erste Quartal einen Veranstaltungsplan erstellt und mögliche Bands angefragt. "Oi Polloi" war war eine von hunderten Bands die in den letzten knapp 20 Jahren "Veranstaltungsbetrieb "Horte", die sich selbst angeboten hat.  Das Datum hat gepasst, ihre Gagevorstellung war ok und vegan gekocht wird sowieso... bis hierher alles ein normaler Vorgang.

Dieselben Kulturinteressierten haben auf einem Plenum den Stand der Planung vorgestellt und sich irgendwo zwischen Tagesordnungspunkt 6 und 9 ein vertrauensvoll-desinteressiertes "wird schon OK sein" abgeholt... immer noch alles Dienst nach Vorschrift 

Wie in selbstverwalteten Kultureinrichtungen üblich, hat der kulturinteressierte Teil der Mitglieder die nicht regelmäßig auf den Besprechungen anwesend sind, das Protokoll gelesen und aufgeregt darauf bestanden, dass die Einladung von "Oi Polloi" noch mal überdacht wird. 

Das haben wir (wieder nicht alle) dann auch...

Natürlich gibt es immer noch divergierende Meinungen zu einzelnen Themenpunkten und ihren Gewichtungen, das folgende fasst den Diskurs und den daraus folgenden bisherigen Standpunkt zusammen und ist das sozusagen offizielle Statement zur inhaltlichen Auseinandersetzung, welches der Band natürlich schnellstmöglich hätte zukommen müssen.

Die Entscheidung:

In einer einstündigen Debatte haben die etwa 20 Anwesenden festgestellt, das ein Teil der Mitglieder die kulturpolitischen Forderungen von "Oi Polloi" für rückschrittlich hält und ein Auftritt in unserem Haus nicht gewünscht ist. 

Warum rückschrittlich?

"Oi Polloi" fordert die "unterdrückten Völker"oder "indigene Gemeinschaften" auf, sich gemeinsam gegen den Kulturimperialismus zu erheben. So soll "Unterschiedlichkeit" verteidigt werden, um in Gemeinschaft und Volk einer besseren Welt entgegen zu sehen. Das "Ursprüngliche" soll gerettet, die indigene Sprache geschützt werden. So positiv auf Volk und Gemeinschaft beziehen sich bei uns eher die Jungs und Mädchens der NPD. An dem "Europa der Vaterländer" wollten wir eigentlich nicht mitmachen. Genauso wenig wie an einem "Europa des Kapitals"  (Anmerkung für die Schwarz-Weiß-Fraktion).

Der praktische Teil:

Nach der Entscheidung war der Ärger natürlich groß, v.a. bei dem Teil der Leute die ihr Freizeit in der Vorbereitung der Veranstaltung verbrannt haben und nun gegenüber der Band blöd dastehen. Deswegen müssen wir uns bei ihnen und auch der Band entschuldigen. Die Positionen der Band sind ja nicht neu und es ist nicht fein, sich in Absprachen so unverbindlich zu verhalten. Trotzdem wurde einer der Vorbereitenden gebeten, die Band zu informieren. Dies hat er, so weit wir wissen, auf sehr kurze und interpretierbare Art gemacht. Da hätte die Versammlung, welche die Entscheidung getroffen hat mehr Verantwortung übernehmen müssen. 

Um es deutlich zu sagen: Wir haben der Band nicht abgesagt, weil sie auf gälisch singt und wenn in Zukunft eine sorbische Band anfragt, ist auch deren Bild von Volk und Vaterland uns wichtiger als ihre Sprache.

Um es auch noch deutlich zu sagen: Wir sind sehr an einem weiteren inhaltlichen Diskurs sowohl zu den von uns interpretierten völkischen Bezügen als auch zu Sichtweisen zum Nahostkonflikt mit der Band interessiert. 

Gern auch hier bei uns, nur eben grad nicht von der Bühne runter und zurück.

horte - Kollektiv

 

 


 

Rejected Gigrequest of Oi Polloi

those visiting the facebookaccount of the Band oi polloi the last days might have stumbled across a bizarre racism accusation against us - those who run our social center called "horte". for instance: “We're very sorry to announce that our March 1st gig at the Horte social centre in Strausberg in Eastern Germany is now cancelled after we were "banned" when organisers realised that - shock horror - we sometimes sing in Gaelic, one of the UK's minority celtic languages.”

Which is sadly a misunderstanding based on our unclear communication.

Background:

Cultural interested peeps planned some shows for the first quarter and asked several bands. Oi polloi was one of hundreds in our last 20 years as a venue asking us for a  gig. The Date fitted, the financial expectations where OK and vegan cooking is standard here anyway. .....to this point quite normal procedure. Same organisers later came to plenum to tell the state of planning and then (somewhere between topic 6 and 9) got a half trusting half desinterested "will be OK somehow".  ......still business as usual here. As usual in self organized culture venues, others (unable to participate on that particular meeting) have read the protocoll and insisted to rethink the invitation. and so we did (again, not all of us)

There are still diverging opinions about certain issues and their emphaseseseses, the discourse and the resulting position is quite good highlighted by the following statement. Which indeed should have been sent to the band immediately.

Decision:

About 20 attendees debated for about an hour. In that process we realized that a part of us consider some of oi pollois culturepolitical demands as backwardly. And therefore do not whish an appearance of the band on our stage.

Why backwardly?

Oi polloi demands that oppressed nations or indigen collectives arise together against cultural imperialism. This way they want to defend diversity in order to look collectively and folkish towards a better world. The primordial/ original should be rescued , the indigen languages saved. In our world only the guys and gals of the national party refer positive like this to folk and collective. We don´t want to participate on a europe of the fatherlands and on the europe of the capital neither (as a note for the black/white fraction)

Practical Part:

Needless to say that the anger has grown after this decision especially for those who have wasted leisure times to prepare the event and be in a fucked position facing the band. We feel the need to apologize to them and to the band. The positions of the band ain`t new and to be that unbinding in agreements is sure not fairest play. Nevertheless, the organizer got the task to inform the band which he did in a quite short and interpretable manner (as far as we know). We as the ruling gathering should have taken more responsibility in this point.

To be as clear as possible: we did not refused the concert because they sing in gaelic and if sorbs ask us to play here we will pay attention to their view on folk and fatherland and not prominently to their language.

Furthermore: we are very interested in an ongoing discourse with the band. Topics we see could be ethnocentric views or views to the conflict in the middle east. willingly here in our house, just not off the stage and back.

personal note: i just tried to translate the german text. I´m not native speaking nor talented language learner and bound to online translation tools and sure my grammar sucks big time. 

so: be indulgent {adj}.

 

 

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